Graphical User Interface (GUI)

Graphical User Interface (GUI), User Interface (UI) oder auch „Mensch-Maschine-Schnittstelle“ an elektrischen/elektronischen Produkten. Weitgehend alle anderen „Mensch-Maschine-Schnittstellen“ fallen in die Kategorie „Ergonomie Entwicklung“. Nun umfasst die Ausformung einer solchen Schnittstelle unzählige Möglichkeiten – von Tastern und Reglern über einfache, monochrome Displays bis zu aktuellen, kapazitiven Touchscreens.
Schon 1998 begannen wir uns dieser Herausforderung in der Medizintechnik zu stellen und entwickelten die Schnittstelle an einer Maschine zur Laborautomation. Sie enthielt ein Farbdisplay und eine Tastatur mit Maus. Damals kamen wir zu einer animierten Darstellung der Maschinenabläufe, die es dem Anwender ermöglichte, intuitiv auf Vorgänge einzuwirken, die gerade in der Maschine abliefen.

Interfacedesign: Aufgabe eines Industriedesigners
Grundsätzlich teilen wir die Auffassung nicht, dass es sich im Interfacedesign um eine andere oder gar neue fachliche Disziplin handelt. Als es noch keine Displays gab, war die Entwicklung von User Interfaces wesentlicher und selbstverständlicher Bestandteil des Industrie Designs. Man denke nur an die hervorragend gestalteten Braun Hifi Geräte mit unzähligen Tastern, Reglern und Knöpfen. Addiert sich nun ein Display mit aufwändiger Touchscreen Anwendung, bleibt die Vorgehensweise in der Entwicklung weitgehend dieselbe, wenn auch um Dimensionen komplexer. In der Medizintechnik, in der neue Entwicklungen bekanntlich etwas langsamer Einzug halten als im Konsumgütermarkt, ist die Verbreitung von kapazitiven Touchscreens eine relativ junge Entwicklung. Lange waren diese noch drucksensitiv und oftmals mit Folientastaturen kombiniert. Letztere erhielten vor allem aus hygienischen Gründen den Vorzug gegenüber physischen Knöpfen und Reglern.
Natürlich ist die Grundanforderung an GUI in der Medizintechnik die intuitive und vor allem fehlerfreie, sichere Bedienbarkeit eines Produktes. Nur kann diese je nach Anwendergruppe innerhalb des Krankenhauses, Labors oder auch Endanwenders völlig andere Ausprägungen aufweisen. Dies beginnt bei der Frage, mit welchen Produkten diese im Alltag umgehen, wie häufig sie das Produkt nutzen, wie lange sie es nutzen und wie allumfänglich die Funktionalität des Produktes genutzt wird. Insofern ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Anwender, wie auch in der klassischen Ergonomie-Entwicklung, wesentliche Voraussetzung für eine gut gestaltete Schnittstelle.

Entwicklungsprozess nicht ohne Anwender
Bei uns beginnt der Entwicklungsprozess mit Interviews und Beobachtung der Anwender. Gefolgt von der Dokumentation und Aufbereitung dieser Ergebnisse. Je nach Stand der technologischen Entwicklung bieten sich dann unterschiedliche Wege an – von grundsätzlichen Studien zu Fragen der Bedienung (mit welchen Technologien und Kombinationen von Technologien, z. B. Tasten/Display/Touchscreen etc.), bis hin zu Szenarien möglicher Bedienabläufe in Workflowcharts. Auch in der Fortentwicklung ist die Einbeziehung des Anwenders wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. In iterativen Schritten werden mit ihm in Tests die Schnittstellen geprüft. Dazu arbeiten wir meist mit professionellen Anwenderteststudios zusammen – nicht zuletzt um auch internationalen Anforderungen gerecht zu werden. Wir stellen dafür sowohl die Bedienabläufe als auch das „Visual Design“ bereit. Wie komplex dabei Animationen für Tests zu erstellen sind, bestimmt das geforderte Szenario. Die Entwicklung von Icons nimmt eine besondere Rolle ein, da diese zum einen Normanforderungen genügen müssen, als sich auch formal in das des Visual Design der Software einfügen sollen. Für die weiteren Definition des Graphical User Interface (GUI)/User Interface (UI) in der Produktentwicklung liefern wir die von den Softwareprogrammierern geforderten Daten – ob Reinzeichnungen für Folientastaturen, Screenvermaßungen oder Export von beispielweise .png-Dateien.

GUI in der Medizintechnik
Graphical User Interfaces (GUI) in der Medizintechnik haben wir in unzähligen Projekten und allen Formen seit 1998 entwickelt und gestaltet. Von weitgehend hardwarebasierten UIs z.B. an Blutzuckermessgeräten bis hin zu sehr komplexen Touchscreenanwendungen in der Laborautomatisierung oder der Dialyse. Formal spannt sich das Feld dabei ebenfalls von eher konsumgüterorientieren Anwendungen z.B. an Blutdruckmessgeräten bis hin zu Anwendungen für Spezialisten z.B. an einem OP Mikroskop oder einer Herz Lungen Maschine. Das wir dabei in der Labor- und Medizintechnik regelmäßig sehr innovative GUI Entwicklungen begleiten, ergibt sich nicht zuletzt aus unserer Gesamtspezialisierung: Das Spektrum reicht vom erfolgreichen Einsatz eines komplett auf einem kapazitivem Touchscreen basierten HF Generators, bis zu Ipad basierter OP Steuerungssoftware für OP Tische, OP Leuchten, Raumlicht, Musik, Telefone etc.. Der Umfang solcher Graphical User Interfaces (GUI) in medizintechnischen Entwicklungen macht heute rd. 35% des Gesamtumsatzes von Held+Team aus.