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Medizinische Informatik – Definition und Bedeutung




Die Medizinische Informatik ist die Wissenschaft zur systematischen Erschließung, Darstellung, Verwaltung und Bereitstellung von Daten, Informationen sowie Wissen im Gesundheitswesen. Von ihr verspricht man sich die Bereitstellung einer bestmöglichen Gesundheitsversorgung. So unterstützt und modelliert die Medizinische Informatik Prozesse des Gesundheitswesens mit Werkzeugen der IT. Beispielhaft zu nennen sind hier die Entwicklung von Praxenverwaltungssystemen oder neuen diagnostisch-therapeutischen Verfahren. So spielt die Medizinische Informatik auch für das Medizintechnik Design eine große Rolle und wird zusehends ein immer beliebteres Studienfach.


Die Historie der Medizininformatik


Geprägt von Francois Grémy, einem Professor der medizinischen Fakultät in Paris, entstand erstmals Ender der 1960er-Jahre der Begriff der Informatique médicale. Dieser wurde in Deutschland dann in den 1970er-Jahren erstmals in verschiedenen Publikationen erwähnt, ehe zum Wintersemester 1972 dann der weltweit erste Studiengang der Medizinischen Informatik als Kooperation der Hochschule Heilbronn und der Ruprechts-Karls-Universität-Heidelberg gestartet wurde. Seit diesem Zeitpunkt hat die Medizinische Informatik entsprechend der zunehmenden Anforderungen an die technologischen Kapazitäten des hiesigen Gesundheitssystems enorm an Zuspruch und Aufschwung gewonnen. In den letzten Jahren dominieren diese Disziplin vor allem das Aufkommen von E-Health-Systemen.

Das Studium der Medizinischen Informatik prägt eine Vielzahl von Themen aus Medizin und Informatik. Dadurch soll der große Sektor der Digitalisierung in der Medizin vollends erschlossen werden. Neben Grundlagen der Nuklearmedizin, Radiologie, Strahlentherapie und Informatik spielen so auch der rechtliche Umgang mit Gesundheitsakten eine große Rolle. Wie bei allen Dienstleistungssektoren steht auch bei der Medizinischen Informatik die Kundenfreundlichkeit und -zufriedenheit im Vordergrund. So sind auch Faktoren wie die Ergonomie und Usability sowie UX in der Medizintechnik von besonderer Bedeutung vor allem im Bereich von E-Health. Die eigens kreierten Anwendungen sollen nicht lediglich rein funktional ihren Zweck erfüllen, sondern darüber hinaus leicht, im besten Falle sogar intuitiv zu bedienen sein.

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Medizinische Informatik im Bereich der Bildgebenden Diagnostik


Die Medizinische Informatik bietet im Bereich der Diagnostik einige bahnbrechende Möglichkeiten. Durch die rechnergestützte Dokumentation von elektronischen Patientenakten können Arbeitsprozesse von den behandelnden Instanzen nachhaltig verbessert werden. Durch die Sammlung von Daten sollen Abläufen und Fehlleistungen den Beteiligten nachvollziehbar aufgezeigt und dadurch kontrollierbar werden. Somit trägt die Medizinische Informatik immens zur Qualitätssicherung bei. Die Entwicklung geht sogar noch weiter. Mithilfe der gesammelten Datenmengen werden wissensbasierte Systeme aufgebaut, die die Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger tatkräftigt bei der Diagnostik und Therapie von Patienten unterstützen. Mithin bietet die Medizinische Informatik eine innovative Möglichkeit zur Verbesserung der Bildgebenden Diagnostik in der Medizin. Auch im Bereich der Augmented Reality finden die gesammelten Daten zunehmend Anwendung. Diese werden dem behandelnden Arzt durch eine spezielle VR-Brille bei der Operation im Blickfeld angezeigt. Damit können sie ihn so z.B. bei komplizierten Eingriffen entscheidend unterstützen.


Medizinische Informatik – E-Health-Systeme


Wie im Vorausgegangen bereits angesprochen, stellt E-Health einen neuen und großen Bereich der Medizinischen Informatik dar. Dieser ist letztlich ein Sammelbegriff für den Einsatz digitaler Technologien im Gesundheitswesen. So bezeichnet er alle Hilfsmittel und Dienstleistungen, bei denen Informations- und Kommunikationstechnologien genutzt werden, um die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung etwaiger Krankheiten gezielt zu verbessern. Anwendungsgebiete der Medizinischen Informatik sind etwa die elektronische Gesundheitsakte sowie Telemedizindienste. Letztere schaffen die Möglichkeit, dem Ärzte- und Fachärztemangel auf dem Land entschieden entgegenzuwirken. Natürlich stellt sich hierbei die Frage, inwieweit die Qualität eines Termins auch digital gewahrt werden kann. In Kombination mit einer digitalen Krankenakte scheint die Fernüberwachung jedoch ein geeignetes Mittel darzustellen. Besondere Beachtung hat die Medizinische Informatik bzw. E-Health in Zeiten der Pandemie erfahren. Durch verschiedene Applikationen für das Smartphone konnten so Daten gesammelt werden, mithilfe derer Infektionsketten unterbrochen und so das pandemische Geschehen gezügelt werden konnte.

Nicht zuletzt bei solchen Applikationen, sondern im gesamten Bereich der Medizinischen Informatik ist in insbesondere der Datenschutz zu thematisieren. Auch wenn es zweifellos einen Vorteil darstellt, auf sämtliche Patientendaten zu jederzeit, digital zugreifen zu können, birgt diese Form der Aufbewahrung einige Risiken. Überall dort, wo personenbezogene Daten eingesetzt werden, herrscht eine hohe Vulnerabilität des Einzelnen. Einerseits besteht eine hohe Gefahr vor Übergriffen wie beispielsweise Hacking. Dieses Risiko lässt sich nur sehr schwer – wenn denn überhaupt – ausschließen. Andererseits ist die Aufbewahrung und Weitergabe personenbezogener Daten zum Geschäft unseres Jahrhunderts aufgestiegen. So lässt sich die Kommerzialisierung individueller Daten auch kaum verhindern. Wie in vielen Bereich spielt so auch in der Medizinischen Informatik die Abwägung aus Risiken und Nutzen eine entscheidende Rolle. Einerseits lassen sich die Vorteile schwer von der Hand weisen und die Schaffung einer besseren digitalen Infrastruktur scheint dringend nötig (die Gesundheitsämter arbeiten teilweise noch per Fax), andererseits hat sich die Sicherheit im digitalen Raum nicht wirklich zum besseren gewandelt und ist nach wie vor äußerst anfällig. Dieses Spannungsfeld zu ergründen und Lösungen zu finden, stellt eine bedeutsame Aufgabe der Medizinischen Informatik dar.


Die Zukunft bleibt spannend – Medizinische Informatik


Die Medizinische Informatik birgt viele neue interessante und wünschenswerte Möglichkeiten für die Verbesserung des hiesigen sowie globalen Gesundheitssystems. Gleichsam sind die Entscheidungsfindung und Innovationsschaffung in diesem Feld nicht immer einfach, da hochsensible personenbezogene Daten genutzt werden. Es bleibt also abzuwarten, wie die Medizinische Informatik den Medizinsektor zukünftig prägen wird.

Bei weiteren Fragen zur Medizinischen Informatik dürfen Sie gerne jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen. Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.


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